Daniel Szabo

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NachfolgeVon Daniel Szabo3 Min. Lesezeit

Warum wir 2025 angefangen haben

2025 haben wir Generation Tech Partners gestartet, als einen der ersten Fonds in Europa, die ausschließlich KI-Roll-ups bauen. Der Begriff war hier kaum bekannt. Es gab zwei Beobachtungen, die zusammengehörten: Betriebe ohne Nachfolger und Arbeit, die eine Maschine übernehmen kann.

2025 haben wir Generation Tech Partners gestartet. Den Begriff KI-Roll-up kannte in Europa damals kaum jemand. In den USA hatte General Catalyst ein Jahr zuvor, im Februar 2024, die erste Investition in Long Lake geführt, eine Holding, die Hausverwaltungen kauft und auf eine eigene KI-Plattform setzt. Im April 2025 wurde das Modell dort breit öffentlich. Wir kamen aus einer anderen Richtung zur selben Idee.

Zwei Beobachtungen, die zusammengehörten

Die erste Beobachtung stammte aus fünf Jahren bei Körber Digital und 76 KI-Projekten in Industrie und Mittelstand. Die Technologie funktionierte, die Demo funktionierte, und in der GuV kam fast nichts an. Der Grund war immer derselbe: Wir setzten KI auf alte Prozesse, statt die Prozesse neu zu bauen. Und neu bauen konnten wir nicht, weil uns die Firmen nicht gehörten. Wer berät, darf vorschlagen. Wer besitzt, darf entscheiden.

Die zweite Beobachtung stand in den Nachfolgestatistiken, und niemand las sie als das, was sie war. Jedes Jahr planen in Deutschland über hunderttausend Inhaber die Übergabe, und immer mehr planen stattdessen die Stilllegung. Das sind keine kranken Betriebe. Das sind Betriebe mit Kunden, Mitarbeitenden und Marge, denen der Käufer fehlt. Ein Nachfolger pro Firma, das war die einzige Antwort, die der Markt kannte, und sie reichte nicht.

Zusammen ergaben die beiden Beobachtungen eine Firma: Betriebe ohne Nachfolger kaufen, mehrere derselben Branche zu einer Gruppe zusammenführen, und die Arbeit darin mit KI neu bauen. Als Eigentümer, nicht als Berater.

Warum ein Fonds und keine Plattform

Die US-Vehikel bauen zuerst die Software und kaufen dann die Betriebe. Das funktioniert in Märkten, in denen es schon konsolidierte Gruppen mit tausenden Mitarbeitenden zu kaufen gibt. Der deutsche Mittelstand ist anders. Die Betriebe haben 30 bis 200 Mitarbeitende, der Gründer kennt jeden Kunden, und die Prozesse leben in seinem Kopf. Hier braucht es keinen Software-Konzern, der Firmen einsammelt. Es braucht einen Käufer mit Kapital, Geduld und einer Methode für den Umbau. Deshalb ein Fonds mit institutionellem Kapital, deshalb eine Haltedauer in Jahren, deshalb die Methode Task Architect, die vor der Unterschrift läuft und nicht danach.

Was seitdem passiert ist

Die Zeitleiste zeigt, wie schnell aus einer Beobachtung eine Kategorie wurde. Im April 2025 startete Thrive Capital in den USA Thrive Holdings mit über einer Milliarde Dollar und OpenAI als Partner. Im Juni 2025 berichtete Finance Forward zum ersten Mal über uns. Im Februar 2026 startete Tenet in Berlin als Frühphasenfonds für KI-Roll-ups. Im Juni 2026 haben wir unseren Fonds öffentlich gemacht, im Oktober 2026 folgte der Final Close mit über 60 Mio. Euro. Im September 2026 übernahm Long Lake das Geschäftsreisegeschäft von American Express für 6,3 Milliarden Dollar. Die Landkarte der KI-Roll-ups führt heute 74 Akteure in 17 Ländern.

Wir waren früh, und wir waren es aus einem anderen Grund als die anderen. Die meisten Vehikel kaufen, weil KI die Marge hebt. Wir kaufen, weil der Betrieb sonst verschwindet, und die Marge ist der Weg, ihn zu halten. Beides stimmt. Nur die Reihenfolge entscheidet, welche Betriebe man kauft und wie man mit den Menschen darin umgeht.

Was ich daraus gelernt habe

Erstens: Eine Kategorie entsteht nicht durch einen Begriff, sondern durch Käufer, die kaufen. Zweitens: Wer früh ist, muss es belegen können, mit Datum und Quelle, sonst gehört der Anfang dem, der am lautesten darüber schreibt. Drittens: Der Vorsprung ist kein Besitz. In zwei Jahren wird die Karte doppelt so lang sein. Was bleibt, ist die Frage, ob die Betriebe, die wir gekauft haben, in zehn Jahren noch stehen. Daran messe ich uns.

Quellen: General Catalyst, Manufacturing Outliers: Long Lake (erste Investition Februar 2024) · Finance Forward, 18. Juni 2025, Elias Bitzer steigt ins Führungsteam von Generation Tech Partners ein · TechCrunch, Mai 2025, zur Roll-up-Welle der US-Venture-Fonds · Tech.eu, 18. Februar 2026, Tenet startet · deutsche-startups.de, 7. Oktober 2026, Final Close · Finance Forward, 10. Juni 2026, Generation Tech Partners startet mit 50 Millionen Euro · Business Wire, 29. September 2026, Long Lake schließt Übernahme von Amex GBT ab · KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025

Häufige Fragen zu diesem Essay

Wann hat Generation Tech Partners angefangen?

2025, öffentlich dokumentiert seit Juni 2025 durch Finance Forward. Der Fonds wurde im Juni 2026 bekannt gegeben, der Final Close über 60 Mio. Euro folgte im Oktober 2026.

War Generation Tech Partners der erste KI-Roll-up in Europa?

Generation Tech Partners ist einer der ersten Fonds in Europa, die ausschließlich KI-Roll-ups bauen. Operative Plattformen wie Buena oder Dwelly kauften schon vorher einzelne Betriebe, Tenet startete im Februar 2026 als Frühphasenfonds.

Was unterscheidet GTP von den US-Vehikeln?

Die US-Vehikel bauen erst Software und kaufen dann konsolidierte Gruppen. GTP kauft Betriebe ohne Nachfolger mit 30 bis 200 Mitarbeitenden und baut die Arbeit darin mit der Methode Task Architect neu, als Eigentümer.

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So zitieren: Szabo, Daniel (10. Oktober 2026): „Warum wir 2025 angefangen haben“. szabo.digital, https://szabo.digital/essays/warum-wir-2025-angefangen-haben/